Was Sie außerdem tun können

Haben Sie oder jemand aus Ihrer Familie oder Ihrem Freundeskreis Probleme mit Glücksspielen haben, sollten Sie sich Unterstützung holen. Es gibt aber einige Dinge, die Sie zusätzlich beachten können.

Alle Glücksspiele – und darunter vor allem die Spiele mit hohem Suchtpotenzial (z.B. Automatenspiele, Sportwetten, Poker oder Casino-Spiele) – bergen ein Suchtrisiko.

Einige Regeln, die Sie beim Spielen generell beachten sollten, können das Risiko vermindern, dass Sie eine Abhängigkeit entwickeln. Wichtig: Fällt Ihnen die Einhaltung dieser Regeln schwer, kann dies ein Hinweis auf einen (beginnenden) Kontrollverlust und auf die Entwicklung eines problematischen Spielverhaltens sein:

  • Informieren Sie sich vor Spielbeginn genau über Ablauf, Gewinnchancen und über das Suchtpotenzial Ihres Spiels
  • Machen Sie sich klar, dass Sie mit regelmäßigem oder gar häufigem Glücksspielen kein Geld verdienen können („Die Bank gewinnt immer!“). Notieren Sie sich Ihre Gewinne und Verluste, Sie werden selbst die Erfahrung machen, dass Sie unter dem Strich verlieren
  • Machen Sie sich bewusst, dass auch bei Glücksspielen mit Kompetenzanteilen (Poker, Sportwetten) letztendlich der Zufall über den Spielausgang entscheidet
  • Achten Sie darauf, dass das Glücksspielen bei Ihnen nur der Unterhaltung dient, für das Sie – wie bei anderen Freizeitaktivitäten – ein Entgelt zahlen müssen
  • Das Glücksspielen sollte niemals als scheinbare Geldquelle genutzt werden
  • Das Glücksspielen sollte nicht dazu dienen, Sorgen und Problemen zu entfliehen
  • Achten Sie darauf, dass Sie wegen dem Spielen nicht Ihr soziales und berufliches Umfeld, Ihre Verpflichtungen oder andere Freizeitaktivitäten vernachlässigen
  • Legen Sie verbindlich fest, wie oft Sie im Monat an Glücksspielen maximal teilnehmen möchten. Halten Sie sich unbedingt an Ihren Vorsatz
  • Spielen Sie nur mit Geld, das Sie nicht für andere Dinge brauchen oder verwenden möchten, und planen Sie dabei IMMER den Verlust Ihres gesamten Einsatzes ein
  • Spielen Sie niemals mit geliehenem Geld
  • Setzen Sie sich VOR Spielbeginn ein festes Geldeinsatz- und Zeitlimit und halten Sie dieses immer ein
  • Versuchen Sie niemals, Ihre Verluste durch neue und ungeplante Einsätze wieder hereinzuholen
  • Machen Sie regelmäßig Spielpausen, das wird Ihnen dabei helfen, einen „klaren Kopf“ zu bewahren
  • Dokumentieren Sie Ihre Spielhäufigkeit und -dauer sowie das für das Spielen jeweils aufgewendete Geld oder eventuell erzielte Gewinne
  • Nutzen Sie unsere App PlayOff, um den Überblick über Ihr Spielverhalten zu behalten
  • Besprechen Sie Ihre Situation mit einer Person Ihres Vertrauens (Familienmitglied/Person im Freundes- oder Bekanntenkreis, Hausarzt, Sozialer Dienst im Betrieb, Vertrauenslehrer o.ä.)
  • Suchen Sie sich möglichst frühzeitig professionelle Hilfe (s.o.)
  • Lassen Sie regelmäßige Kosten (Miete, Telefon u.a.) gleich nach Gehalts-/Geldeingang direkt per Dauerauftrag von Ihrem Konto abbuchen, und lassen Sie Ihr (Haushalts-)Geld von einer Person Ihres Vertrauens verwalten
  • Machen Sie sich selbst das Geldausgeben schwer (persönliche Auszahlungs-Absprachen mit Ihrer Bank, Kündigung Ihrer Kreditkarte bzw. Abgabe Ihrer EC- und Kreditkarte an eine Person Ihres Vertrauens, bei Problemen mit Online-Glücksspielen: Löschen aller Online- Bezahldienste)
  • Nehmen Sie nie mehr Bargeld mit, als unbedingt notwendig, und tragen Sie Ihre EC- oder Kreditkarte nicht mit sich herum
  • Suchen Sie sich ein Hobby, das Ihnen Spaß macht. Schreiben Sie sich einen eng strukturierten Wochenplan, der Ihnen möglichst wenig „Leerräume“ lässt
  • Erkundigen Sie sich nach Möglichkeiten, sich für Ihr Glücksspiel sperren zu lassen (s.o.)
  • Spielschutzbeauftragte in der Spielbank beraten Sie über eine Selbstsperre und vermitteln Sie an Beratungsstellen vor Ort. Auch Spielhallen müssen Spielerschutzbeauftragte beschäftigen und Sie bei Auffälligkeiten auf Beratungsangebote hinweisen 
  • Ärzte: Auch wenn es Ihnen unangenehm ist, sich Ihrem Hausarzt anzuvertrauen: Er kennt Sie für gewöhnlich gut genug, um Ihre Situation einzuschätzen und mit Ihnen erste Schritte aus der Krise erarbeiten zu können. Für eine weitergehende Beratung sollten Sie sich jedoch an eine Suchtberatungsstelle wenden 
  • Betriebliche Sozialarbeit: Manche Betriebe stellen ihren Mitarbeitenden soziale Dienste oder eine Suchtberatung zur Verfügung. Diese können Ihnen wertvolle Hilfe leisten, bevor – oder falls – Ihr Glücksspielproblem zu Problemen am Arbeitsplatz führt 
  • Familie/Freundeskreis: Reden Sie mit einer Vertrauensperson über Ihre Probleme. Das kann sehr entlastend für Sie sein und ist oft der erste Schritt hin zu einer positiven Veränderung