Spielersperre

Wo ist eine Spielersperre gültig?

Laut §8 des Glücksspielstaatsvertrags (GlüStV) sind unter anderem staatliche Spielbanken und Veranstalter von Lotterien mit besonderem Gefährdungspotenzial (Lotterien, die häufiger als zweimal pro Woche veranstaltet werden) „zum Schutz des Spielers“ und der „Bekämpfung der Glücksspielsucht“ dazu verpflichtet, ein übergreifendes Sperrsystem zu unterhalten und Spielersperren einzurichten. Auch die Anbieter von Sportwetten sind laut §8 des GlüStV zur Beteiligung am bundesweiten Sperrsystem verpflichtet. Aufgrund zahlreicher Rechtsstreitigkeiten konnte die Konzessionsvergabe (also die Vergabe von Betriebserlaubnissen) an private Sportwettanbieter allerdings bisher noch nicht erfolgen. Auch der Anschluss ans übergreifende Sperrsystem verzögert sich damit weiterhin (Stand: August 2018).

Für gewerbliche Spielhallen gelten in den verschiedenen Bundesländern unterschiedliche Regelungen: Während Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg zentrale Sperrsysteme eingerichtet haben oder noch einrichten wollen, besteht in anderen Bundesländern nur die Möglichkeit, sich in einzelnen Spielhallen sperren zu lassen. Informationen zu den unterschiedlichen Regelungen gibt es bei den zuständigen Ansprechpartnern für das Bundesland. In Bayern und einigen anderen Bundesländern besteht laut Ausführungsgesetz kein Rechtsanspruch auf eine Spielersperre. Aufgrund ordnungsrechtlicher Vorgaben sind viele Spielhallen trotzdem dazu verpflichtet, eine Selbstsperre anzubieten.  Andere Spielhallen bieten aus Kulanz immerhin freiwillige Selbstsperren in Gestalt von Hausverboten an.

Soweit es sich um ein legales und in Deutschland konzessioniertes Angebot handelt, sind Spielersperren auch im Internet verpflichtend und wirksam, und die Anbieter müssen entsprechende Kontrollmöglichkeiten vorhalten. Auf den in Deutschland illegalen Websites, die Poker oder Casinospiele anbieten, und auf den Seiten von (noch) nicht konzessionierten Sportwettanbietern besteht dagegen nicht immer die Möglichkeit einer Spielersperre. Die Teilnahme an Online-Glücksspielen lässt sich unter Umständen mit diversen Computerprogrammen oder Apps, die auf dem eigenen PC oder dem Smartphone installiert werden müssen, blockieren oder einschränken. Mehr Informationen dazu erhalten Sie hier.

Wie kann eine Sperre beantragt werden?

Eine Sperre kann auf eigene Initiative des Spielers erfolgen (Selbstsperre), durch Personal der Spielstätte oder durch Dritte (also auch Angehörige), die wissen, oder aufgrund sonstiger tatsächlicher Anhaltspunkte annehmen müssen, dass entweder eine Gefahr der Spielsucht oder der Überschuldung besteht (Fremdsperre). Die Möglichkeit für Angehörige, eine Fremdsperre anzuregen, besteht nur bei den gefährlicheren Angeboten des Deutschen Lotto- und Totoblocks und in Spielbanken. Über eine erfolgte Sperre erhält die oder der spielende Betroffene zeitnah eine Mitteilung. Zudem werden die im Antrag erhobenen Daten in einer Sperrdatei gespeichert.

Antragsformulare für das bundesweite und spielformübergreifende Sperrsystem finden Sie vor Ort sowie auf den Websites der teilnehmenden Glücksspielanbieter (s.o.).

Eine Selbstsperre kann bei den genannten Glücksspielanbietern persönlich – und unter Vorlage von Ausweispapieren – beantragt werden. Der Antrag kann auch schriftlich zusammen mit einer Ausweiskopie oder formlos (z.B. in einer E-Mail) erfolgen. Gegebenenfalls müssen fehlende Unterlagen nachgereicht werden. Am besten wird gleich bei Antragstellung eine schriftliche Bestätigung über die Sperre eingefordert.

Eine Sperrung in den deutschen Spielbanken wird aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht an im Ausland ansässige Spielbanken weitergegeben. Aber: Auch in Österreich, der Schweiz und den Niederlanden können ebenfalls Spielersperren vereinbart werden (s.u.).

Auch die Anträge auf Selbstsperre in den Spielhallen (Achtung: landesspezifische Unterschiede) werden direkt bei einem Anbieter eingereicht.

Das Antragsformular für die landesweite Spielersperre in Spielhallen in HESSEN finden Sie hier.

Wie werden Spielersperren wirksam?

Damit Spielersperren wirksam werden, gibt es in den Spielbanken sowie in den Spielhallen der Bundesländer, in denen auch Spielhallen zur Sperre verpflichtet sind, Zugangskontrollen. Auch bei Lotterien mit besonderem Gefährdungspotenzial und vereinzelt bei Sportwetten müssen sich Spielerinnen und Spieler ausweisen, für die Teilnahme an Online-Angeboten müssen sie sich registrieren lassen.

Wie lange ist eine Spielersperre wirksam?

Eine Aufhebung der Spielersperre ist frühestens nach einem Jahr und nur auf schriftlichen Antrag möglich. Welche Dokumente dem Antrag beiliegen müssen, ist bei der sperrenden Stelle zu erfragen. Über Annahme oder Ablehnung entscheidet der Veranstalter, der die Sperre verfügt hat. Spielhallen bieten zum Teil auch kürzere Sperrfristen an, die automatisch auslaufen.

Wie schütze ich einen anderen?

Die Möglichkeit einer Fremdsperre existiert momentan nur bei den gefährlicheren Angeboten des Deutschen Lotto- und Totoblocks und in Spielbanken. Über einen Antrag auf Fremdsperre wird die betroffene Person vom Glücksspielanbieter, bei dem der Sperrantrag eingereicht wurde, informiert. Sie hat dann die Möglichkeit, eine Stellungnahme abzugeben und den Sachverhalt gegebenenfalls zu widerlegen. Danach wird entschieden, ob eine Fremdsperre eingerichtet wird.

Bearbeitende Institutionen

Bayern:
Staatliche Lotterieverwaltung in Bayern
Theresienhöhe 11
80339 München

Die bearbeitenden Institutionen der anderen deutschen Bundesländer finden Sie hier.

Österreich:
Casinos Austria AG
Responsible Gaming
Rennweg 44
1030 Wien

Schweiz:
Sozialbeirat Schweizer Spielbanken
c/o Swiss Casinos
Albisriederstrasse 164
Postfach 1263
8040 Zürich

Niederlande:
Holland Casino Valkenburg
Postbus 807
6300 AV Valkenburg aan de Geul