Sportwetten

Zwischen Fair Play und faulem Zauber

Gewinnchancen von Sportwetten lassen sich nur schwer umreißen, da ihr Ausgang grundsätzlich von einem Objekt abhängt, das selbst nicht an der Wette beteiligt ist (Pferd, Fußballmannschaft etc.). Und trotz guter Kenntnis der Sportart und der Spielerinnen oder Spieler wird das Spielergebnis letztendlich vom Zufall bestimmt. Deswegen zählen Sportwetten zu den Glücksspielen.

Seit der 1. Änderung des Glücksspielstaatsvertrags (GlüStV) im Jahr 2012 dürfen neben dem staatlichen Anbieter Oddset auch private Anbieter legal Sportwetten anbieten – das auch online. Aufgrund rechtlicher Schwierigkeiten bei der Konzessionsvergabe agierten viele verschiedene Anbieter im Sportwettbereich dennoch lange Zeit in einem rechtlichen Graubereich und ohne die mit einer offiziellen Erlaubnis verbundenen Auflagen zum Schutz der Spielenden zu erfüllen. Erst seit dem 1. Januar 2016 sind Sportwettanbieter, die die zweite Stufe des Konzessionsverfahrens erreicht hatten, unter bestimmten Auflagen geduldet, und mit erneuter Änderung des Glücksspielstaatsvertrags 2017 werden sie voraussichtlich eine offizielle Betriebserlaubnis erhalten (Stand Juli 2017). Aufgrund der enormen Ausbreitung von Sportwettbüros und von Online-Wettmöglichkeiten in den letzten Jahren steigt auch die Zahl der Menschen, die an Wetten teilnehmen – vor allem für junge Männer sind Sportwetten sehr attraktiv. Durch einen vermeintlichen Kompetenzanteil der Spielenden in Kombination mit der hohen Ereignisfrequenz und den vielen Einsatzmöglichkeiten zählen Sportwetten zu den riskanten Glücksspielen mit hohem Suchtpotenzial.

In ganz neuem Gewand erscheinen Sportwetten im Rahmen von Fantasy-Sports- und eSports-Betting. Bei beiden Formen können ebenfalls gegen Geldeinsatz Wetten auf den Spielausgang oder auf gewisse Spielereignisse in Form von Live-Wetten platziert werden. Jedoch wird beim Fantasy-Sports-Betting auf virtuell zusammengestellte Mannschaften und Spielkonstellationen aus echten Spielerinnen oder Spielern gewettet. Der Spielausgang richtet sich nach den realen Leistungen der jeweiligen Teammitglieder in realen Spielereignissen.

Beim eSports-Betting wird auf die Wettkämpfe zwischen professionellen Videospielern gewettet. Es kann mit Echtgeld oder auch direkt aus dem entsprechenden Spiel heraus mit virtuellen Gegenständen, die einen geldwerten Gegenwert besitzen, gewettet werden.

Speziell für Jugendliche und junge Menschen bietet die Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern (LSG) die Broschüre „Wetten, dass du das noch nicht wusstest?“ mit vielen Informationen zum Thema Sportwetten an. Hier geht es zum kostenlosen Download.

Die Länderkoordinatorinnen und Länderkoordinatoren für Glücksspielsucht in Niedersachsen, Hessen und Thüringen haben zudem ein Erklärvideo zum Thema Sportwetten entwickelt, das sehr anschaulich über die Glücksspielform und ihre Risiken aufklärt. Hier ansehen.