Prinzip / Gefahren

Warum spielen wir überhaupt?

(Glücks)spiele haben auf die Seele und den Körper einen positiv empfundenen Einfluss. Sie wirken euphorisierend und persönlichkeitsstärkend. Der Einsatz von Geld erzeugt Nervenkitzel durch Hoffnung auf den Gewinn bzw. Angst vor dem Verlust. Diese Stimulation wird unabhängig vom Spielausgang als positiver Effekt erlebt. Trotz der Anspannung beim Spiel erzeugt die Verdrängung von Problemen und Konflikten Entspannung.

Wie können Glücksspiele süchtig machen?

Glücksspiele jagen den Spieler durch ein Wechselbad der Gefühle: In der Gewinnphase erlebt der Spieler ein Wohlbefinden aus Euphorie, Erfolg, Macht und Phantasie. In der Verlustphase hingegen erlebt er Enttäuschung, Niedergeschlagenheit und Minderwertigkeitsgefühle bis hin zu Panik. Dieses extrem negative Verlusterleben findet jedoch nicht statt, wenn sofort der nächste Einsatz möglich ist, da somit erneute Hoffnung  auf den Gewinn entsteht. Daraus wird ein Teufelskreis, in dem Geld nur Mittel zum Zweck ist, um Stimulation und Entspannung hervorzurufen.

Je schneller man ein neues Spiel beginnen kann, umso größer ist das Suchtpotenzial (zum Beispiel beginnt ein neues Spiel am Automaten alle 5 Sekunden, eine neue Ziehung vom Mittwochs- bzw. Samstagslotto alle 3-4 Tage).

Wer ist besonders gefährdet?

Eine eindeutige Spielercharakteristik existiert nicht. Allerdings gibt es diverse Faktoren, die eine Spielsucht begünstigen. So weisen beispielsweise Männer 3 – 5 mal häufiger pathologisches Glücksspielverhalten auf als Frauen. Zudem sind Menschen mit geringerem Einkommen stärker gefährdet. Aber auch charakterliche Eigenschaften spielen eine Rolle beim Ausmaß von Suchtpotenzial: Menschen, die zu impulsivem Verhalten neigen laufen eher Gefahr, spielsüchtig zu werden als ausgeglichene Personen.

Pathologisches Spielerverhalten geht  oft mit anderen Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen einher, wobei häufig unklar bleibt, welche Erkrankung zuerst aufgetreten ist.