Glücksspiel in Deutschland


Der Glücksspielstaatsvertrag mitsamt den jeweiligen Ausführungsgesetzen in Bayern regelt seit 2008 alle öffentlich veranstalteten Glücksspiele, d.h. Lotterien, Wetten, Sportwetten, Gewinnsparen und Casinospiele. Aufgrund ihres hohen Gefährdungspotentials wurden im Zuge des Ersten Glücksspiel-änderungsstaatsvertrages vom 01. Juli 2012 auch die gewerblichen Spielhallen miteinbezogen. Laut Gesetz ist für die Veranstaltung von Glücksspielen eine ausdrückliche Erlaubnis notwendig. Für die Veranstaltung von Poker, Casino- und Automatenspielen im Internet gibt es grundsätzlich keine Erlaubnis – sie sind in Deutschland definitiv verboten. Lotto und Sportwetten dürfen dagegen bei vorliegender Konzession seit 2012 auch wieder gewerblich und über das Internet vertrieben werden.

 „Grundsätzlich ist das Spielen um Geld laut § 284 ff. Strafgesetzbuch illegal, die Umsetzung und Ausgestaltung obliegt den Ländern.“

Veranstalter von öffentlichem und gewerblichem Glücksspiel unterliegen durch das Gesetz strengen Auflagen: Sie dürfen nur sehr eingeschränkt für Glücksspiel werben, im Fernsehen sowie im Internet ist Werbung für Glücksspiel nur unter strengen Auflagen erlaubt oder generell verboten.
Zusätzlich müssen alle Anbieter Konzepte zur Eindämmung schädlicher Auswirkungen vorlegen. Sie müssen detaillierte Aufklärung über Gewinn- und Verlustwahrscheinlichkeiten bieten sowie über Suchtrisiken und Möglichkeiten der Beratung und Therapie informieren. Ihr Personal muss ensprechend geschult werden. Außerdem müssen Warnhinweise auf Losen und Spielquittungen aufgedruckt sein. Darüber hinaus müssen die öffentlichen Veranstalter ein übergreifendes Sperrsystem zur Verfügung stellen – das gilt neben Spielbanken auch für Sportwetten und Lotterien mit rascher Zeitabfolge. Für die gewerblichen Spielhallen gilt diese Vorschrift in den meisten Bundesländern - wie zum Beispiel auch in Bayern - dagegen noch nicht.
Neue Glücksspielangebote müssen vor ihrer Einführung vom Fachbeirat Glücksspielsucht geprüft werden. Dieser setzt sich aus Experten in der Bekämpfung der Glücksspielsucht zusammen.
Die Länder müssen die wissenschaftliche Forschung zur Vermeidung und Abwehr von Suchtgefahren sicherstellen.