Börsenhandel/Day-Trading

Hochrisikogeschäfte mit Glücksspielcharakter

Kurzfristige Spekulationen an der Börse wie das Day- oder Intraday-Trading entsprechen sowohl vom Prinzip wie auch vom Suchtrisiko her weitestgehend dem klassischen Glücksspiel. Der Kauf und Verkauf von Wertpapieren erfolgt binnen weniger Minuten oder Stunden. Entscheidend sind oft bereits kleinste Kurschwankungen. Diese unterliegen aber zahlreichen nicht vorhersehbaren Faktoren, so dass sie sich auch bei guter Sachkenntnis nicht exakt voraussagen lassen. Der Handel wird also zum Glückspiel. Je riskanter die Spekulation ist, desto höher sind die möglichen Gewinne, die den Traum vom schnellen Geld nähren. Die hohen Risiken verknüpft mit der potenziell hohen Gewinnchance sorgen für Euphorie und Nervenkitzel. Verluste werden oft durch den Abschluss noch spekulativerer und riskanterer Geschäfte versucht auszugleichen und die schlechten Gefühle damit sofort wieder durch eine hoffnungsvolle Erwartungshaltung ersetzt. Menschen mit einem problematischen Spekulationsverhalten weisen vergleichbare Symptome auf wie Menschen mit einer „klassischen“ Glücksspielsuchtproblematik (siehe Prinzip/Gefahren).

Durch den vermeintlichen Kompetenzanteil der Teilnehmenden, deren aktive Einbeziehung ins Geschehen und die schnelle Abfolge der möglichen Spekulationen ist beim Day- und Intraday-Trading von einem hohen Suchtpotenzial auszugehen.

Durch das Anbieten von Trading-Apps oder -Automaten in sogenannten „Trading-Shops“ wird das Spekulieren auf binäre Optionen (das Steigen und Fallen von Börsenkursen) auch Menschen nahegebracht, die bisher noch keine Berührung mit den Hochrisikogeschäften an der Börse hatten. Zu Spielerschutzmaßnahmen sind die Anbieter gesetzlich jedoch nicht verpflichtet, da der Börsenhandel formell zu den Finanztransaktionsgeschäften und nicht zu den Glücksspielen zählt.