Automatenspiel

Einarmige Banditen und Co.

 

Beim Automatenspiel muss man zwischen den Geldspielautomaten in Spielhallen oder Gaststätten, den Glücksspielautomaten in den Spielbanken und den Online-Slot Machines im Internet unterscheiden.

Die Geldspielautomaten in Spielhallen oder Gaststätten wurden in rechtlicher Hinsicht lange Zeit ausschließlich als Unterhaltungsautomaten mit Gewinnmöglichkeit betrachtet, da die Einsatz- und damit die Verlustrisiken deutlich niedriger sind als die der Glücksspielautomaten in den Spielbanken. Aufgrund verschiedener Merkmale (u.a. hohe Ereignisfrequenz, Ton- und Lichtreflexe, Fast-Gewinne, Einbezug der Spielenden) gehört das Spiel an Geldspielautomaten dennoch zu den gefährlichsten Glücksspielformen. Aus unterschiedlichen Studien ist bekannt, dass über 70 Prozent der Hilfesuchenden in den Beratungsstellen überwiegend an Geldspielautomaten spielen (z.B. Jahrbuch Sucht 2011). Nach einer Studie von Fiedler (2016) werden in Spielhallen 67 bis 90 Prozent der Umsätze von problematischen oder süchtigen Spielerinnen und Spielern erzielt. Dem hohen Suchtpotenzial der gewerblichen Geldspielautomaten wurde am 1. Juli 2012 dadurch Rechnung getragen, dass sie mit in den Glücksspielstaatsvertrag aufgenommen worden sind und seitdem Regelungen zum Spielerschutz, Abstandsregelungen etc. eingehalten werden müssen.

Das Angebot von und die Teilnahme an Online-Automatenspielen sind in Deutschland verboten. Nur Schleswig-Holstein hat in der Vergangenheit einigen Anbietern in diesem Bereich eine Erlaubnis erteilt, die zum Teil noch immer gültig ist, allerdings nur in Schleswig-Holstein. Bürgerinnen und Bürgern aller anderen Bundesländer ist dagegen die Teilnahme an Online-Automatenspielen untersagt (Stand Juli 2017). Dennoch existieren im Internet zahlreiche illegale Angebote, die weder mit Einsatz noch Verlustlimits schützen noch sonstige Spielerschutzmaßnahmen vorsehen.