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Was ist Spielsucht?

Wenn aus Spiel Ernst wird …

Glücksspiele unterscheiden sich von anderen Spielen – in erster Linie, weil sie riskant sind und einen Gewinn in Aussicht stellen, der nicht durch eigene Fähigkeiten erzielt wird. Außerdem wird für die Beteiligung am Glücksspiel ein Einsatz verlangt. Der Ausgang ist unbestimmbar, das Ergebnis ganz oder überwiegend zufällig.

Glücksspiele dienen ursprünglich der Unterhaltung. Aus dem zwanglosen und kurzweiligen Zeitvertreib kann eine Sucht werden – genannt patholgisches Glücksspielen. Dann geht beim Spielen die Kontrolle über Dauer und Einsatzhöhe verloren und das Spielen bestimmt Gedankenwelt und Alltag.

„Seit Anfang 2001 ist das pathologische Glücksspielen von Krankenkassen und Rentenversicherungsträgern als rehabilitationsbedürftige Krankheit anerkannt und somit anderen Süchten, wie z.B. Alkohol gleichgestellt.“

 Wenn die Zeichen auf Verlust stehen …

Suchtverhalten liegt vor, wenn durch das Spiel Alltagsproblemen und negativen Gefühlen ausgewichen werden soll. Der süchtig Spielende nimmt jede Gelegenheit  zu spielen wahr und vernachlässigt dadurch Familie, soziale Kontakte und Beruf. Der Übergang von einem unproblematischen Spielverhalten zur Glücksspielsucht ist fließend und wird vom Spielenden oft gar nicht bemerkt. Da anfänglich keine äußerlichen Veränderungen sichtbar sind, erkennen auch Außenstehende nicht sofort, wenn sich eine Sucht entwickelt.

Verschiedene Verhaltensweisen können auf ein pathologisches Glücksspielverhalten hinweisen.

Der Betroffene:

  • hat häufig keine Zeit und vernachlässigt sein Umfeld ohne erkennbaren Grund.
  • hat häufig kein Geld und leiht es sich oft in der Familie oder dem Freundeskreis.
  • ist unzuverlässig geworden und hat starke Stimmungsschwankungen
  • belügt sein soziales Umfeld, um sein Glücksspielverhalten geheim zu halten
  • vermittelt den Eindruck, dass er etwas verheimlicht.

Für den Betroffenen selbst können folgende Merkmale auf eine Suchterkrankung hinweisen:

  • Wiederholungszwang – also das unwiderstehliche Verlangen zu spielen.
  • Kontrollverlust – wenn der Süchtige erst einmal mit dem Konsum des Suchtmittels begonnen hat, kann er nicht mehr damit aufhören.
  • Toleranzentwicklung – immer höhere Einsätze werden nötig, um die gewünschte Erregung zu erreichen.
  • Entzugserscheinungen – Unruhe und Gereiztheit beim Versuch das spielen einzuschränken oder aufzugeben.
  • Fortgesetzter Missbrauch – obwohl die Folgeprobleme bekannt sind, z.B. in der Familie oder im Beruf.
  • Hoher Zeitaufwand – nicht nur das Glücksspiel selbst nimmt viel Zeit in Anspruch, sondern auch die Planung kommender Spielunternehmungen und die Beschaffung von Geld.
  • Beschaffungskriminalität – wenn auf legalem Weg kein Geld mehr für das Spiel aufzutreiben ist, wird es mitunter auch durch strafbare Handlungen beschafft.

 

Erkennen Sie sich zum Teil wieder? Hier geht’s zum Selbsttest.

Spielsucht isoliert – aber Sie sind nicht allein.

In Deutschland liegt aktuellen Studien zu Folge die Zahl der Personen, die Suchtverhalten beim Glücksspiel aufweisen, zwischen 103.000 und 291.000. Bei über 300.000 weiteren Personen werden vorhandene Probleme mit dem Glücksspielen angenommen.